Moto GP 2018

By | 19. März 2018

19.03.2018
Liebe Freunde des BBM und des Motorradsports

Auch wenn es bei uns momentan eher nach Winteranfang aussieht, das Pokern um die Kräfteverhältnisse der Teams und Hersteller bei den Wintertests hat ein Ende, die erste Schlacht in der Wüste von Katar bei sommerlichen Bedingungen, ist geschlagen.
Doch bevor wir uns dazu Gedanken machen, müssen wir den Verlust zweier Großer des Rennsports betrauern.
Der großartige Schweizer Gentlemen und vierfache Weltmeister aus den 6o er Jahren auf Honda Werksmaschinen, Luigi Taveri, starb an den Folgen eines Schlaganfalls mit 89 Jahren, nach einem vorbildlichen Leben.
Doch der Tod mit nur 51 Jahren durch Herzinfarkt von Ralf „Waldi“ Waldmann traf uns völlig unerwartet. Der immer liebenswürdige und freundliche zweifache Vizeweltmeister aus dem Team HB unter Dieter Stappert und mit dem genialen Sepp Schlögl als Technikchef lieferte sich großartige Rennen u.a. mit Max Biaggi, Oliver Jacque, Loris Reggiani um nur einige der damals weltbesten Rennfahrer zu nennen. Schon sein Vater, Erich war auf Adler Maschinen ein erfolgreicher Rennfahrer, der, ich glaube es war 1961, in Neubiberg das Flugplatzrennen gewann. Sohn Ralf war ein begnadeterer Rennfahrer, besonders im Regen, der dabei die Vorteile der Hinterradbremse mehr als die meisten seiner Gegner zu nutzen wusste. Unvergesslich wie er in Japan trotz Sturz das Rennen bei stärkstem Regen gewann. Ähnlich war es in England, als er mit Regenreifen zu Beginn überundet wurde, aber im zunehmenden Regen sich immer besser in Szene setzen konnte und schließlich in der letzten Kurve vor der Zielankunft an die Spitze setzte und noch gewann.
Er war ein totaler „Bauchmensch“ mit entsprechend überraschenden Entscheidungen. Sein Talent als Fahrer war fast unglaublich.
Im Leben abseits der Rennstrecken war ihm das Glück nicht immer hold, doch er blieb immer der freundliche Bursche, wie wir ihn in Erinnerung behalten werden.
Als er vor zwei Jahren den Job des Experten für „Eurosport“ bei den Moto GP Übertragungen übernahm, hatte er sichtbar seinen Traumjob nach der Rennerei gefunden.
Alle, die mit ihm zu tun haben durften, werden noch viel Zeit brauchen, bis sie sein Fehlen akzeptieren können.
Damit wollen wir es belassen und wenden uns dem aktuellen Geschehen des Wochenendes zu, wie sich das auch der „Waldi“ wünschen würde.
Wie jedes Jahr, mussten wir uns in den Trainings an die teilweise veränderten Teamfarben und Fahrernamen in den einzelnen Klassen gewöhnen.
Die deutschen Farben werden, dank der „großartigen“ Nachwuchsarbeit des DMSB, von Philip Öttl in der kleinen Klasse und von Marcel Schrötter in der Moto 2 hoch gehalten! Deutsche Starter in der Toppklasse sind leider Fehlanzeige.
Die wahre Leistungsfähigkeit konnte nur Marcel mit dem 7. Platz zeigen, denn Philip wurde Sturzopfer bei den jungen „Raufbolden“ der Moto3.
Ob und wann Jonas Folger wieder zurück kommt, steht in den Sternen. Im Verlauf dieser Saison wohl kaum. Da bleibt nur der viel geschmähte Stefan Bradl, der vielleicht Dank seines Testfahrerjobs bei HRC, die Chance bei den geplanten Wildcard Einsätzen für die Fortsetzung seiner Moto GP Karriere nutzen kann, aber leicht wird das sicher nicht werden.
In allen drei Klassen ist ja die Leistungsdichte so groß wie nie zuvor in der Weltmeisterschaft, seit ihrem Beginn im Jahre 1948.
Wie sinnvoll es ist, die Piloten mit 350 km/h die Geraden entlang rasen zu lassen, ist eine andere Frage. Hoffentlich bedarf es nicht erst eines Horrorunfalls, bis sich die Verantwortlichen diesbezügliche Gedanken machen.
Auffällig wie die Hersteller technisch immer gleichwertiger geworden sind, nur KTM konnte sich diesmal nicht steigern, nur böse Zungen können behaupten, dies liege am fehlen von Localheros aus Österreich. Wenn die Alpenrepublik keine Rennfahrer auf WM Niveau hat, liegt es nicht am fehlenden Mut oder Talent der Burschen der Skination, sondern ähnlich wie bei uns, am Fehlen einer ernsthaften nationalen Rennserie.
Positiv war, wie gut hier die Michelin Reifen funktioniert haben, es gab zumindest diesmal wenig Vorderradstürze.
Über Titelfavoriten zu spekulieren, ist noch zu früh. Aber das Siegerpodest der Moto GP war wohl schon ein Fingerzeig für das was vor uns liegen dürfte.
Fast unglaublich, wie sich der „Doctor“ immer wieder motivieren kann und absolut siegfähig ist, auch in seiner 21. WM Saison. Komisch sah der Sturz von Lorenzo aus, sicher durch ein technisches Problem ausgelöst.
Unser vorläufiges Fazit, wir stehen vor einer sehr spannenden Saison, die sicher häufig wechselnde Sieger mit sich bringen wird und viele Überraschungen erwarten lässt.

Viel Spaß damit wünscht euch

Günter Belm

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